Statements
Lange Tafel der Baukultur, 19. Juni 2026



Oliver Elser
Ein massiv gebautes Gebäude abzubrechen, um kurz darauf einen ganz ähnlichen Rohbau wieder hinzusetzen, ist weder baukulturell noch ökonomisch plausibel. Der Wittwer ist Teil eines größeren architektonischen Zusammenhangs, der aus der Königstraße weit mehr macht als eine bloße Konsumzone.



Christiane Weber
Mit dem Wittwer-Haus steht nicht nur ein prägnanter Bau zur Debatte, sondern die Sichtbarkeit einer ganzen Epoche der Stuttgarter Stadtgeschichte. 

Eckard Schütte

Bestand ist der Schlüssel zur Bauwende. Allein die Vermeidung der CO₂-Emissionen, die durch einen Abriss-Neubau entstehen würden, müsste Grund genug sein, den Erhalt dieses Gebäudes ernsthaft zu prüfen.

Claudia Kahl
Der Wittwer ist nicht austauschbar. Gerade seine Eigenwilligkeit, seine räumliche Verschachtelung und seine besondere Atmosphäre machen ihn zu einem Gebäude, das in der Stadt erinnerbar bleibt.

Alesa Mustar

Der Fall Wittwer zeigt, dass eine Stadt immer auch an dem sichtbar wird, was sie stehen lässt – und an dem, was sie bereit ist zu verlieren.

Jan Theissen

Der geplante Abriss steht exemplarisch für einen Umgang mit Stadt, in dem baukulturelle Qualität zunehmend durch renditeorientierten Immobilienfunktionalismus verdrängt wird. Gerade deshalb muss der produktive Umgang mit Bestand neu ins Zentrum rücken.


Sascha Bauer


Wer diesen Bestand abreißt, vernichtet nicht nur Material, sondern auch einen Zeitzeugen und eine Ressource, die sich nicht zurückgewinnen lässt. Das Transformationspotenzial dieses Hauses muss erprobt werden – offen, experimentell und mit Beteiligung.

Martina Baum

Wir verhandeln im Räumlichen unseren gemeinsamen Lebensraum. Für diese Aushandlung dürfen nicht allein Privatinteressen ausschlaggebend sein, sondern die Frage nach dem Mehrwert oder Schaden für den geteilten Stadtraum.

Thomas Herrmann

Beim Wittwer geht es nur am Rande um die Frage des Brutalismus. Es geht vor allem um einen besonderen Ort im Herzen der Stadt – und um die Erfahrung, dass auf Abriss allzu selten etwas Gleichwertiges folgt.

Constantin Hörburger

Die entscheidende Frage ist nicht nur, was an diesem Gebäude problematisch erscheint, sondern welches räumliche Potenzial im Bestand weitergedacht werden kann.


Tobias Bochmann

Am Wittwer zeigt sich, wie schnell räumliche Qualität und stadträumliche Eigenart unter Druck geraten, wenn Bestandsbauten nur noch nach Verwertungslogiken gelesen werden.


Axel Pfaender

Die Reibung, die entsteht, ist ja quasi ein Qualitätssiegel.