Studio Cross Scale






Sascha Bauer, Gründer des Stuttgarter Büros Studio Cross Scale: „Der Wettbewerb Mitte der 1960er war ein Versprechen: ein offenes Haus, mit frei zugänglichen Ebenen, mit direktem Zugang zum kleinen Schlossplatz, mit öffentlichem Programm für alle. Dieses großmaßstäbliche Versprechen und seine über die Jahre adaptierten räumlichen Erfahrungen sind heute nur noch in Fragmenten lesbar. Die später ergänzte Freitreppe ist wieder verschwunden. Der kleine Schlossplatz ist eingekapselt. Der offene Stadtraum, der das Gebäude einst einbettete, hat sich verändert.

Aber das Haus selbst bleibt ein Zeitzeuge zwischen zahlreichen Baustilen um den Schlossplatz. Es steht für den Aufbruch der Stuttgarter Innenstadt nach dem Krieg, für eine Demokratisierung des öffentlichen Raums und für einen Treffpunkt jenseits des digitalisierten Alltags.

Wer diesen Bestand abreißt, vernichtet einen Zeitzeugen und eine Ressource, die sich nicht zurückgewinnen  lässt. Das ist kein sentimentales Argument. Es ist auch ein ökologisches und ein sozialräumliches, denn  insbesondere an diesem Standort erwächst eine stadtgesellschaftliche Verantwortung.

Das Transformationspotenzial dieses materialehrlichen Hauses muss daher erprobt werden – experimentell,
offen, mit Beteiligung. Was wäre, wenn die Ebenen zum Ort des Ausprobierens würden?

Wer daher die Königstraße weiterdenkt, braucht diese Orte des Zusammenkommens,des Erlebens, des Gesprächs. Das Haus Wittwer muss genau das bleiben – ein Angebot für die Stadt, das den umliegenden   Stadtraum bereichert.“